Die Mücke

Es standen einst zwei Bäume dicht beisammen an der Brücke,
und bildeten durch ihren Stand ’ne ziemlich schmale Lücke.
In dieser saß zum Schutz vor Fraß, verfolgt vom Pech, ohn‘ Glücke,
versteckend sich, fast ungesehn, die ängstlich‘, kleine Mücke.

Denn weil es in der Lücke zog, da musste sie kurz niesen,
und dies Geräusch zum Spatze drang, dem Hungrigen, dem Fiesen,
der war so arm, ganz ohne Geld, ein Leben lang in Miesen,
das günst’ge Mahl, im Schnabel sein, ließ Saft zusammen fließen.

So kam der Spatz zur Lücke hin, mit seiner alten Brille,
mit der noch besser er sie sah, da wurde es ganz stille,
verschlang die arme Mücke kurz, mit Hülle um die Fülle,
zuvor er noch mit Anstand frug, was ist Dein letzter Wille?

Und auf die Frage sprach sie noch, ich möcht‘ berühmt mal werden,
in aller Munde möcht ich sein, so wie es ist bei Pferden.

Dann fuhr sie hin zum Schnabel sein, hat dort ihr Ziel gefunden,
denn so war sie dann schon einmal beim Spatz in aller Munden.

Und weil der Spatz im Lied sie frisst,
in aller Munden sie nun ist.

Und fragt Ihr Euch im ganzen Land,
wieso der Spatz die Mücke fand?
Es war, damit dies Lied entstand!